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In unseren Bandgeschichten erfahrt ihr alles was nicht in der Zeitung steht. Wir fangen mal mit dem Anfang an. So oder so ähnlich kann es sich zugetragen haben bevor Sergeant Six zusammenfand:

Caro kam auf der Autobahn in einen Stau. Neben ihr stand ein schwarzer Jaguar E mit kochendem Kühler. Die Sonne brannte erbarmungslos als der Fahrer ausstieg und die Motorhaube öffnete. Er wollte gerade ein edles Mineralwasser in den Kühler schütten als Caro ihm die Flasche entriss und einen großen Schluck nahm. "Mein Lieblingsmineralwasser" rülpste Caro "Ich bin Caro und wer bist Du?" "Rafael" sagte der Mann und seine magisch braunen Augen lächelten Caro an......

Caros knallenges Miss Piggy......ääääääh Hello Kitty T-Shirt leuchtete hell in der Sommerhitze und während sich unsere beiden Protagonisten tief in die Augen schauten, krachte doch tatsächlich ein Monster-Truck hinten in den Jaguar.....schob Ihn zusammen wie eine Ziehharmonika...."Mist", sagte Rafael, "aber dann fahr ich eben mit Dir, Caro, in Deinem hübschen Fiat 500".....Ein vom großen Zeh bis zum Hals flächig tätowierter Fahrer in kurzen Shorts, Unterhemd und Plastikbadelatschen näherte sich den beiden. "Sorry, ich hab wohl den kleinen Schwarzen auf der Standspur übersehen" und mit einem zufriedenen breiten Grinsen, steckte er sich eine Kippe an. Von der kleinen Erschütterung aufgewacht, kam nun auch der Beifahrer, ein hochgewachsener unrasierter Kerl hinzu. "Das ist nur Klaus, der tut nichts, der ist harmlos und ich bin der Gerhard" sagte der Lkw-Fahrer, den Angstschweiß auf Rafaels Stirn bemerkend.

Die ersten AC/DC Stauhelfer schlängelten sich auf ihren Harleys durch den Stau und verteilten eiskaltes Bier an die Autofahrer. Klaus winkte einen von ihnen herbei. "Hee, was is'n hier los?" "Krötenwanderung - Totalsperre der Autobahn - vor morgen Mittag geht hier nichts mehr, Sorry! Wollt ihr ein paar Bier?" Gerhard nickte. Caro fragte: "Habt ihr auch stilles Mineralwasser?" "Mädel - ich bin Sergeant Six. Schau ich so aus, als ob ich auf meiner Harley Mineralwasser mitnehme?"

Klaus ging zurück, klappte die Biertischgarnitur seitlich aus dem Truck und holte den Fuchsschwanz heraus. "Was macht der denn" fragte Caro. "Der wird sich jetzt eine Riesen-Wiesn-Butter-Brezen sägen" erklärte Gerhard. "Möchtest Du vielleicht etwas von unserem Kühlerwasser kosten Caro?" "Ich trink doch kein Kühlerwasser!" Gerhard: "Wir nehmen nur feinstes Taubenbergquellwasser über Buchenholz satiniert für unsere Marshalls." "Für was für Marshalls" fragte Rafael. "Klaus ist Drummer und ich bin Bassist. Für unsere Monster-PA reicht kein Bandbus, darum fahren wir einen Truck. Wir haben unsere Marshall-Amps auf Wasserkühlung umgebaut, um den single coil sound wirklich heftig rüberzubringen. Wir suchen Anschluss an eine Band, die das zu schätzen weiß." Rafaels mandelbraune Augen bekamen einen stechenden Blick....  

"Darf ich mir das mal anhören" fragte Rafael. "Klar" räusperte sich Gerhard, der gerade einen großen Schluck Tegernseer Hell in die falsche Kehle bekommen hat. "Kannst Du denn ein Instrument spielen?" Rafael meinte etwas kleinlaut: "Können ist vielleicht nicht das richtige Wort dafür. Ich habe in einer Schwermetallband Gitarre gespielt, allerdings nur A-Dur, C-Dur und D-Dur." Gerhard lächelte: "Das ist mehr als genug. Bands mit mehr musikalischen Kenntnissen tun sich äußerst schwer ein Publikum zu begeistern. Wir sollten aber erst einen Wiederherstellungspunkt abfüllen. Was meinst Du Klaus?" Klaus legte seine Mega-Butter-Brezen sicher ab und ging wortlos zum Truck. Hydraulisch klappte die Seitenwand, vollbestückt mit Scheinwerfern, nach oben. Aus der Bodengruppe schob sich auf ganzer Länge die Bühne nach vorne. An der Rückwand standen die Marshalls, Gerhards selbstgebaute Basstürme, die Kühlwasseranlage und auf einem Podest das Schlagzeug. Klaus drehte an ein paar Ventilen, kam zurück und flüsterte: "System aktiv - Reinkarnationstank bereit."

Rafaels Pupillen weiteten sich wie bei einem Siebenschläfer. "Was bitte ist ein Reinkarnationstank und was meint ihr mit Wiederherstellungspunkt abfüllen" fragte Rafael. "Ich brauch was zu trinken" meckerte Caro. "Kannst Du singen" fragte Gerhard. "Nein" sagte Caro genervt. "Klaus füll' ihr doch bitte etwas aus dem Blondie-Tank ab oder warte - nimm lieber den Patti Smith-Tank." "Geht klar" sagte Klaus. "Nun, um auf Deine Frage zurückzukommen Rafael, muss ich ein bisschen weiter ausholen." Gerhard zündete sich eine ziemlich große, tütenförmige Zigarette an, hielt einen Moment inne, um dann entspannt den Rauch mit den folgenden Worten Rafael ins Gesicht zu blasen. "Ursprünglich wollten wir eigentlich nur die Marshalls kühlen, aber es stellte sich ein außerordentlich interessanter Nebeneffekt heraus. Das Kühlwasser reicherte sich mit musikalischer Energie an. Zum Test der Kühlanlage verwendeten wir ein Jimi Hendrix Solo und als dann Klaus nur so zum Spaß als absoluter Nongitarrero kurz darauf eine Strat in die Marshalls steckte, konnte er das Solo spielen. Daraufhin wurden wir vorsichtig. Wir bauten zusätzliche Reinkarnationstanks, reinigten das System und spielten erst mal unsere eigenen Instrumente, um einen Wiederherstellungspunkt abfüllen zu können." "Und was passiert wenn man das Kühlwasser, wie Caro grad eben trinkt" fragte Rafael. "Ohne Wiederherstellungspunkt ist das so ziemlich endgültig, außer Mann oder Frau wächst über das Potential des ursprünglichen Musikers hinaus....

Fortsetzung folgt